Waldkindergarten in Winnenden · seit 2008

Wisst ihr noch, wie sich Kindheit draußen anfühlt?

Auf Bäume klettern, Hütten bauen, im Matsch versinken — oder innehalten und dem Specht lauschen. Es sind gerade diese unmittelbaren Erlebnisse, aus denen Kinder schöpfen. Der Wald gibt eurem Kind jeden Tag aufs Neue Raum und Zeit für eine Kindheit unter freiem Himmel — begleitet von einem erfahrenen pädagogischen Team.

Kennenlern-Vormittag vereinbaren Unser Konzept
0 von 12 entdeckt Zwölf Waldbewohner verstecken sich in unserem Wald — tippt sie an und schaut, was passiert!
Waldstrolche unterwegs: Kinder mit Rucksäcken laufen über die Frühlingswiese zum Wald
8:00–14:30Betreuungszeit, Mo–Fr
Ab 3 Jahrenbis zur Einschulung
20 Kindereine Gruppe, 2–3 pädagogische Fachkräfte
Plätze freizum neuen Kindergartenjahr
Ein Tag bei uns

Vom Ankommen bis zum Abholen

Kein Tag gleicht dem anderen, und doch verlaufen alle im selben ruhigen Rhythmus. Diese Verlässlichkeit gibt den Kindern die Sicherheit, den Wald frei zu entdecken.

Den ganzen Tag im Detail lesen

Wenn ein Kind mehr Raum braucht

Bei uns muss kein Kind stillsitzen, um dazuzugehören.

An manchen Tagen braucht ein Kind mehr Bewegung, als in einen Vormittag hineinpasst. Ein anderes wird laut, wenn viel um es herum los ist, ein drittes zieht sich dann zurück, und wieder ein anderes braucht für jeden Übergang ein paar Minuten länger als die Gruppe. Der Wald hat für all das Platz.

Weil wir keinen Gruppenraum haben, gibt es bei uns auch keine Wände, zwischen denen sich zwanzig Stimmen sammeln. Ein Kind, das rufen und rennen möchte, kann das den ganzen Vormittag über tun, ohne dass es einem anderen zu viel wird. Und ein Kind, das für sich sein möchte, findet ein paar Schritte weiter seinen eigenen Platz, nah genug bei uns und doch ungestört.

Auch das Tempo darf an jedem Tag ein anderes sein. Auf unseren Wegen gibt es Haltepunkte, feste Stellen, an denen alle aufeinander warten. Dazwischen geht jedes Kind so schnell oder so langsam, wie es an diesem Morgen mag.

Regeln gibt es bei uns, und zu einem großen Teil geben die Kinder sie sich selbst, weshalb sie sie auch mittragen.

Dazu kommt, was sich auf den ersten Blick nicht zeigt. Über den ganzen Vormittag begleiten zwei bis drei pädagogische Fachkräfte diese eine Gruppe, unsere Leitung ist Traumapädagogin, und wir gehen seit 2008 mit Kindern in diesen Wald.

Und wenn ein Kind bei uns anfängt, fängt es ohne Vorgeschichte an. Was vorher war, erfahren wir von euch, und nur so viel, wie ihr erzählen möchtet. Wir schauen, was dieses Kind hier bei uns braucht, und für die Eingewöhnung nehmen wir uns so lange Zeit, wie es dauert. Für die anderen Kinder ist es vom ersten Tag an eines von ihnen.

Ehrlicherweise passt der Wald aber nicht zu jedem Kind. Manche brauchen Bedingungen, die wir hier nicht herstellen können, feste Wände etwa oder jeden Tag denselben Ablauf. Wenn ein Kind dagegen eine eigene Begleitung braucht, arbeiten wir mit Integrationskräften. Der Weg dahin führt über die Frühförderstelle in Winnenden, mit der wir zusammenarbeiten. Was euer Kind braucht, wisst ihr am besten, und was wir leisten können, sagen wir euch offen.

Ob der Wald der richtige Ort für euer Kind ist, lässt sich deshalb am Bildschirm nicht entscheiden. Kommt an einem Vormittag mit in den Wald, dann sehen wir es gemeinsam.

Kennenlern-Vormittag anfragen

Links wird gebaut, rechts sitzt ein Kind für sich, und beides gehört zu diesem Vormittag.

0

Gruppenräume

Unseren Vormittag verbringen wir unter freiem Himmel, und in die beiden Bauwagen gehen wir, wenn das Wetter es verlangt.

2–3

Fachkräfte, den ganzen Vormittag

Zwei bis drei pädagogische Fachkräfte begleiten eine altersgemischte Gruppe von zwanzig Kindern.

18

Jahre im Wald

Seit 2008 begleiten wir Kinder durch ihre Kindergartenzeit, geleitet von einer Traumapädagogin.

Der Blick der Forschung

Was die Forschung über Waldkindheit weiß

Vieles davon spürt ihr selbst, sobald ihr euer Kind aus dem Wald abholt. Und vieles lässt sich inzwischen auch messen — eine Auswahl aus der Forschung:

Konzentration & Schulreife

Kinder, die ihre Kindergartenzeit draußen verbringen, können sich später leichter konzentrieren und ausdauernder bei einer Sache bleiben, oft bis ins Jugendalter hinein. Auf die Schule selbst bereiten wir sie zusätzlich in einer eigenen Vorschulstunde vor.

Häfner, P. (2003): Natur- und Waldkindergärten in Deutschland — eine Alternative zum Regelkindergarten in der vorschulischen Erziehung. Universität Heidelberg, heiDOK. doi.org/10.11588/heidok.00003135Ulset, V. et al. (2017): Time spent outdoors during preschool — Links with children's cognitive and behavioral development. Journal of Environmental Psychology, 52, 69–80. doi.org/10.1016/j.jenvp.2017.05.007
Ulset, V. S. et al. (2023): Link of outdoor exposure in daycare with attentional control and academic achievement in adolescence. Journal of Environmental Psychology, 85, 101942. doi.org/10.1016/j.jenvp.2022.101942

Gesundheit & Immunsystem

Kinder, die täglich mit Erde, Moos und Laub spielen, stärken damit schon nach wenigen Wochen ihr Immunsystem. Und weil Kinderaugen Tageslicht brauchen, um gesund zu wachsen, beugt der Alltag im Freien zugleich der Kurzsichtigkeit vor.

Roslund, M. I. et al. (2020): Biodiversity intervention enhances immune regulation and health-associated commensal microbiota among daycare children. Science Advances, 6(42). doi.org/10.1126/sciadv.aba2578He, M. et al. (2015): Effect of Time Spent Outdoors at School on the Development of Myopia Among Children in China — A Randomized Clinical Trial. JAMA, 314(11), 1142–1148. doi.org/10.1001/jama.2015.10803

Selbstvertrauen & Resilienz

Wenn Kinder klettern, balancieren und ihre eigenen Grenzen ausloten dürfen, werden sie körperlich sicherer und seelisch widerstandsfähiger. Wir begleiten sie dabei aufmerksam — und Verletzungen gibt es deshalb nicht häufiger.

Brussoni, M. et al. (2015): What is the Relationship between Risky Outdoor Play and Health in Children? A Systematic Review. International Journal of Environmental Research and Public Health, 12(6), 6423–6454. doi.org/10.3390/ijerph120606423Fjørtoft, I. (2001): The Natural Environment as a Playground for Children — The Impact of Outdoor Play Activities in Pre-Primary School Children. Early Childhood Education Journal, 29(2), 111–117. doi.org/10.1023/A:1012576913074

Und das Schönste: Diese Effekte zeigen sich nicht in Tabellen, sondern jeden Mittag am Bauwagen, an müden und zufriedenen Kindern. Keines muss davon erzählen. Ihr seht es ihnen an.

Die ehrlichen Fragen

„Aber ist das wirklich etwas für uns?“

Was macht ihr bei Regen und Kälte?
Wir gehen bei fast jedem Wetter in den Wald, denn mit der richtigen Kleidung lässt sich auch ein nasser, kalter Tag gut im Freien verbringen. Welche sich bewährt hat, verraten wir euch zum Start mit einer kleinen Liste. Und wird es doch einmal zu ungemütlich, wärmen wir uns in unseren beiden Bauwagen auf, wo in den Spinden trockene Sachen warten.
Und bei Sturm und Unwetter?
Bei einer Sturmwarnung bleiben wir dem Wald fern — hier gehen wir kein Risiko ein. Aus einem solchen Tag wird dann ein Ausflugstag, etwa in die Stadtbücherei, ins Rathaus oder zu anderen Zielen in Winnenden — und mit dem Pferdehof des Vereins Sternenstunde 2022 e.V. in Affalterbach haben wir eine weitere Ausweichmöglichkeit. Erfahrungsgemäß gehören gerade diese Tage zu den liebsten der Kinder.
Zecken und Hygiene — wie geht ihr damit um?
Wir begegnen ihnen mit klaren Regeln: lange Kleidung, eine tägliche Zeckenkontrolle — auch durch euch zu Hause —, gründliches Händewaschen mit abbaubarer Seife vor jedem Essen und der Grundsatz, dass nichts aus dem Wald in den Mund gelangt. Alle pädagogischen Fachkräfte sind in Erster Hilfe am Kind geschult, und für den Notfall gibt es feste Abläufe. Sämtliche Einzelheiten erhaltet ihr zum Start in einer Info-Broschüre.
Ist mein Kind gut auf die Schule vorbereitet?
Ja — und die Forschung legt nahe: häufig sogar besser. In einer Vergleichsstudie der Universität Heidelberg schnitten Waldkinder in allen Schulbereichen mindestens gleichauf, in vielen sogar besser ab. Ergänzend bieten wir eine wöchentliche Vorschulstunde und monatliche Büchereitage an.
Muss unser Kind wieder ganz von vorn anfangen, wenn es mitten im Jahr wechselt?
Alles, was euer Kind kann, bringt es mit. Was es im anderen Kindergarten erlebt hat, bleibt bei euch, und wir fragen nicht danach, außer ihr möchtet es erzählen. Für uns beginnt an dem Tag, an dem es zu uns kommt, etwas Neues.
Wie lange dauert die Eingewöhnung?
So lange, wie euer Kind braucht. Wir setzen keine Frist, und wir vergleichen euer Kind nicht mit dem, das im September angefangen hat.
Unser Kind braucht besondere Unterstützung — geht das bei euch?
Ja, wir arbeiten mit Integrationskräften. Bewilligt wird eine solche Begleitung, wenn ein Kind als von Behinderung bedroht gilt, körperlich oder in seiner emotionalen Entwicklung. Dafür muss die Frühförderstelle in Winnenden eingeschaltet werden, mit der wir zusammenarbeiten. Sprecht uns früh darauf an, dann wisst ihr rechtzeitig, was auf euch zukommt.
Ist der Wald für jedes Kind das Richtige?
Ehrlicherweise nicht. Manche Kinder brauchen Bedingungen, die wir hier nicht herstellen können, feste Wände etwa oder jeden Tag denselben Ablauf. Was euer Kind braucht, wisst ihr am besten, und was wir leisten können, sagen wir euch offen. Ob es passt, sehen wir an einem Vormittag gemeinsam.

Eure Frage ist nicht dabei? Schreibt uns

Ein Jahr im Wald

Der Wald hat täglich neue Gesichter

Aus den kleinen Veränderungen jedes Tages werden nach und nach vier ganz verschiedene Welten. Schaltet euch durch die Jahreszeiten und seht selbst.

Frühling bei den Waldstrolchen: ein Kind kniet im frischen Grün und pflückt weiße Blüten
Sommer bei den Waldstrolchen: Kinder stehen im Kreis unter dem Blätterdach und strecken gemeinsam die Arme in die Höhe
Herbst bei den Waldstrolchen: Kinder mit selbst gebastelten, leuchtenden Laternen beim Laternenlauf im dunklen Wald
Winter bei den Waldstrolchen: Kinder bauen gemeinsam einen großen Schneemann mit Ast-Armen

Die Menschen dahinter

Ein kleines Team mit großer Qualifikation

Kindheitspädagogik, Sozialpädagogik, Traumapädagogik: In unserem Team verbinden sich die Liebe zum Wald und eine fundierte Fachlichkeit. Geleitet wird es von Fides Podschun, Kindheitspädagogin (B.A.), Sozialpädagogin (staatlich anerkannt) und Traumapädagogin.

Unser Team kennenlernen
Elternstimmen

Was Familien über uns sagen

„In den sieben Jahren bei den Waldstrolchen hatten wir immer Vertrauen, dass unsere Mädels gut aufgehoben sind. Und dieses Vertrauen war rückblickend wirklich gerechtfertigt. Beide haben in der Zeit gelernt, sie selbst zu sein und zu wissen, was sie wollen. Nicht immer einfach für uns — aber um uns geht es hier nicht.“

— Sebastian F., Papa von E. und V.

„Wir finden, JEDES Kind sollte in diesen Kindergarten gehen. Die Pädagoginnen und Pädagogen begleiten die Kinder mit außergewöhnlich viel Herz, Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Jedes Kind wird gesehen, ernst genommen und begleitet. Die Rituale und Standards, z. B. Gemüsekiste, Zählkreis, Regelkreis, Kochtag, Büchereitag, gefallen uns sehr. Wir bemerken, wie gut unserem Kind die Zeit in der Natur tut. Und es ist einfach schön zu sehen, wenn es beim Abholen freudestrahlend mit Stöcken in den Händen angelaufen kommt.“

— Simone K., Mama von N.

„Wir sind sehr dankbar, dass unsere Kinder Waldstrolche sein durften. Wir hatten damals sehr lange nach einem geeigneten Kindergarten für unsere Kinder gesucht, und keiner fühlte sich wirklich richtig an, bis wir die Waldstrolche fanden. Ein Ort, an dem Kinder gesehen werden, sein dürfen, sich entfalten können, lernen, Emotionen zu bewegen, und nicht mit ‚das war doch gar nicht so schlimm‘ unterdrückt werden. Ein Ort, an dem Kinder wirklich ernst genommen werden — auf eine für uns besondere Art und Weise, die Raum gibt, anstatt ihn zu nehmen. Ein Ort, an dem Pädagogen Kindern begegnen und sie begleiten und nicht nur abhandeln. Meine Kinder erinnern sich bis heute sehr gerne an die Kindergartenzeit und kommen auch immer wieder gerne zurück, um Fides & Co zu treffen. Die Waldstrolche bleiben mir als Mama in sehr guter Erinnerung. Hier wird gelebt, was wir als Menschheit dringend brauchen!“

— Irene F.-D., Mama von M. und I.

„Ich finde schön, dass die Kinder den ganzen Jahreskreislauf in der Natur miterleben — jede Jahreszeit und jedes Wetter ist gut und spannend, es gibt keine negativen Zuschreibungen für Regen und Unwetter. Das hat auch gesundheitliche Vorteile: Sie sind wenig krank, dadurch, dass sie immer an der frischen Luft sind. Mich beeindruckt, dass man die Kinder ernst nimmt, auf Augenhöhe mit ihnen umgeht und ihnen dennoch viel zutraut — auch, Konflikte selbst zu lösen. Da pfeift kein Schiedsrichter wie beim Fußball: Im Freispiel werden Gewaltfreiheit und die Friedenstreppe gelebt, und es ist sehr schön zu sehen, wie das hier gelöst wird.“

— Uli A., Vater von S., M. und V.
Momente aus dem Wald

Ein Blick in unseren Alltag

Ein Platz mitten im Jahr

Bei uns kann ein Kind auch im November anfangen

Nicht jede Familie merkt im März, dass sie zum September einen Platz braucht. Manchmal zieht man um, manchmal ändert sich die Arbeit, und manchmal merkt man erst im laufenden Jahr, dass das Kind woanders besser aufgehoben wäre. Bei uns kommen Kinder über das ganze Jahr verteilt an.

Im September beginnen viele Kinder gleichzeitig, und alle sind neu. Wer mitten im Jahr dazukommt, trifft dagegen auf eine Gruppe, die eingespielt ist und Platz hat. Die Kinder, die schon da sind, zeigen dem neuen den Weg, die Haltepunkte, die Plätze, und wo die beste Wurzel zum Sitzen ist — dafür braucht es kein Programm, das machen sie von selbst.

Und euer Kind gewöhnt sich allein ein. Es bekommt so viel Zeit, wie es braucht, und niemand muss sich die Aufmerksamkeit mit vier anderen Neuen teilen.

Wenn ein Kind bei uns anfängt, fängt es ohne Vorgeschichte an. Was vorher war, erfahren wir von euch, und nur so viel, wie ihr erzählen möchtet. Wir schauen, was dieses Kind hier bei uns braucht. Für die anderen Kinder ist es vom ersten Tag an eines von ihnen.

Der Weg zu uns

In drei Schritten zu den Waldstrolchen

Melden

Kurzes Formular ausfüllen oder anrufen: 0151 / 62600028. Wir melden uns innerhalb weniger Tage. Wichtig: Die Stadt Winnenden vergibt alle Plätze zentral über LITTLE BIRD — stellt dort eure Anfrage direkt bei uns.

Kennenlernen

Beim Kennenlern-Vormittag erlebt ihr — nach Möglichkeit beide Elternteile — unseren Tagesablauf, unsere pädagogische Arbeit und unsere Rahmenbedingungen unmittelbar im Wald.

Ankommen

Passt es für alle Seiten? Dann folgen die Anmeldung und eine behutsame Eingewöhnung, ganz im Tempo eures Kindes.

Jetzt Kennenlern-Vormittag anfragen