Was an einem Tag bei uns geschieht, seht ihr auf der Startseite. Hier erzählen wir vom Ankommen bis zum Abholen, was dahintersteckt, und wer weiterlesen möchte, findet die Grundlagen dafür im Orientierungsplan Baden-Württemberg, der Bildungsziele für die Kindertageseinrichtungen im Land formuliert und an dem sie sich ausrichten sollen. Die passende Seite steht bei jedem Schritt dabei.
Einmal im Monat gehen wir mit allen Kindern in die Stadtbücherei, stöbern in den Regalen, leihen aus und vespern anschließend im Rathaus — ein Tag, an dem die Stadt genauso vertraut wird wie der Wald. Über das Jahr verteilt kommen Projektarbeiten dazu, der Laternenlauf, der Rathaussturm, das Osterfest, ein Tagesausflug und zum Schluss das Sommer- und Abschlussfest.
Im letzten Jahr vor der Einschulung treffen sich die angehenden Schulkinder einmal in der Woche in ihrer eigenen Kleingruppe. Dort üben sie, was ein Schulanfang verlangt: eine Weile bei einer Sache zu bleiben, einer Anleitung zu folgen, mit Stift und Schere umzugehen, Mengen und Laute zu unterscheiden, vor der Gruppe zu sprechen und einander zuzuhören.
Der Orientierungsplan hält wenig davon, das letzte Kindergartenjahr in ein Vorschulprogramm zu verwandeln, denn er schreibt auf Seite 28, dass eine starre Fokussierung auf Schulvorbereitung mit vorgefertigten Förderprogrammen wenig bewirkt, und legt den Übergang in die Schule stattdessen als gemeinsame Aufgabe von Kindergarten, Grundschule und Familie an (Kapitel 3, ab Seite 254). Genau so verstehen wir unsere Vorschulstunde: als verlässlichen Rahmen, in dem die Kinder erleben, wie sich Lernen mit Anleitung anfühlt, und nicht als Trainingslager. Was sie sonst noch für die Schule brauchen — Ausdauer, Neugier, Selbstvertrauen und die Fähigkeit, sich in einer Gruppe zurechtzufinden —, bringen sie aus den Waldjahren mit (siehe Was der Wald bewirkt). Wenn ihr es wünscht, gestalten wir den Übergang gemeinsam mit den Grundschulen und ihren Kooperationslehrkräften, damit euer Kind den Weg dorthin schon ein Stück weit kennt. Diese Zusammenarbeit ist freiwillig und geschieht nur mit eurer Einwilligung. Davon unberührt bleibt die Sprachförderung, die das Land für Kinder mit besonderem Bedarf im letzten Jahr vor der Schule vorsieht.
Vom Bauwagen aus wandern wir jeden Morgen los: zu fünf festen Plätzen und ein paar legendären Zwischenstopps, deren Namen sich die Kinder selbst ausgedacht haben. Tippt euch durch die Karte — alle Gehzeiten sind Zirka-Werte, denn der Weg ist ja bereits unser Ziel.
Beim Kennenlern-Vormittag lauft ihr den Weg zum Platz einfach mit — gemeinsam mit eurem Kind.
Kennenlern-Vormittag vereinbarenEr regt die Sinne an und hält Stille bereit. Er bietet Freiräume, die kein Gruppenraum bieten kann, und Platz für Bewegung, die kein Turnraum hergibt. Und weil es kein vorgefertigtes Spielzeug gibt, wird alles zum Spielzeug, was ein Kind dazu erklärt. Vieles davon lässt sich beobachten — einiges ist inzwischen auch untersucht.
Eine norwegische Langzeitstudie mit über 560 Kindern hat verfolgt, wie sich Aufmerksamkeit und Selbstregulation entwickeln — und je mehr Zeit die Kinder in der Kita draußen verbracht hatten, desto besser standen sie da, bis ins Jugendalter hinein. Eine Vergleichsstudie der Universität Heidelberg fand Waldkinder in allen Schulbereichen mindestens gleichauf mit Kindern aus Regelkindergärten.
Für euer Kind heißt das: Was die Schule später verlangt — ruhig bleiben, dranbleiben, zuhören —, übt es im Wald jeden Tag, ohne dass es jemand Übung nennt.
In finnischen Kitas wurde der Außenbereich mit Waldboden ausgelegt — und schon nach einem Monat hatte sich das Immunsystem der Kinder verändert, hin zu einer besseren Regulation. Und Kinder, die viel Zeit bei Tageslicht verbringen, werden seltener kurzsichtig; das zeigte eine Studie mit über 1.900 Schulkindern.
Für euer Kind heißt das: ein Immunsystem, das täglich draußen trainiert wird — und Augen, denen das Licht guttut.
Wenn Kinder klettern, balancieren und ihre Grenzen ausloten, werden sie geschickter, sicherer und vorsichtiger zugleich — und Verletzungen gibt es deshalb nicht häufiger. Das zeigt die Forschung zum riskanten Spiel seit Jahren in dieselbe Richtung: Kinder, die Risiken dosiert erfahren dürfen, lernen sie einzuschätzen.
Für euer Kind heißt das: Es lernt, Risiken selbst einzuschätzen — und das schützt es besser als jedes Verbot.
Das Fundament dahinter: Boden → Wurzeln → Stamm → Äste → Krone. Wie Entwicklung bei uns wächst — und weshalb wir nie an der Krone ziehen — zeigt unser Teambaum.
So wächst ein Kind21 Buchstaben — WALDSTROLCHE WINNENDEN — und jeder ist ein Blatt an unserem Baum: ein Wert, an dem wir unseren Alltag ausrichten, vom Morgenkreis bis zum Rückweg. Kein Leitbild für die Schublade, sondern die Landkarte, nach der wir täglich Entscheidungen treffen. Tippt die Blätter an und entdeckt alle 21.
Tippt die Blätter am Baum an — findet ihr alle 21?
Die wichtigste Zahl zuerst: Eine Gruppe, 20 Kinder, immer 2–3 pädagogische Fachkräfte. So kennt das Team jedes Kind wirklich.
Und Kinder geben sich ihre Regeln selbst! Jedes Kindergartenjahr beginnt mit Kinderkonferenzen, in denen die Kinder die Regeln des vergangenen Jahres prüfen, verwerfen oder neu aufnehmen. Was dann bei uns gilt, besprechen sie im Kreis, diskutieren es und stimmen darüber ab, und was sich im Alltag nicht bewährt, wählen sie wieder ab. Dass ein Dreijähriger dabei mitentscheidet, klingt für manche Erwachsene nach dem Himmel auf Erden oder nach Chaos, tatsächlich aber ist es der Ort, an dem Demokratiefähigkeit beginnt, die der Orientierungsplan auf Seite 39 als Bildungsziel beschreibt. Der Alltag prüft jede dieser Regeln, denn eine Regel, die niemand einfordert, verschwindet von allein — wenn eine Gruppe aber beschließt, dass Fäkalsprache im Kreis nichts verloren hat, dann hält das länger als jede Ansage von uns. Kinder sind darin sehr kompetent, und manchmal zu streng mit sich selbst. Dann sind wir da.
Regeln bleiben nur Regeln, wenn alle sie einfordern — Kinder wie Erwachsene. Deshalb wissen unsere Kinder sehr genau, wie weit sie sich entfernen dürfen — so weit, wie wir einander sehen können —, und was der Ruf bedeutet, der alle zusammenholt. Gerade weil diese Regeln stehen, können sich die Kinder in einem komplett offenen Umfeld frei bewegen.
Die Kinder tragen lange Kleidung — gegen Zecken ebenso wie gegen Dornen — und wir suchen sie täglich nach Zecken ab; zu Hause bitten wir euch, das noch einmal zu tun. Vor jedem Essen waschen sich alle die Hände mit abbaubarer Seife, und was im Wald wächst, kommt nicht in den Mund. Alle pädagogischen Fachkräfte werden regelmäßig in Erster Hilfe am Kind geschult, und für den Notfall gibt es feste Abläufe, zu denen immer auch die sofortige Nachricht an euch gehört.
Bei Sturmwarnung gehen wir nicht in den Wald. Dann wird der Tag zum Ausflugstag — etwa in die Stadtbücherei oder ins Rathaus. Unsere zwei Bauwagen sind zudem jederzeit der warme, trockene Rückzugsort der Gruppe. Alle Gesundheitsinformationen erhalten Eltern zum Start in einer Broschüre.
Und die Fragen, die sich alle Eltern stellen — Winter, Matsch, Toiletten, Schulreife? Die beantworten wir ehrlich in den ehrlichen Fragen auf der Startseite — und am liebsten persönlich beim Kennenlern-Vormittag.
Ein Vormittag im Wald sagt mehr als jede Website. Kommt vorbei — gemeinsam mit eurem Kind.
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